Batushka im Felsenkeller

Ein vertiefter Einblick in ein WGT-Konzert

Die polnische Blackmetal-Band Batushka lieferte am 28. Wave Gotik Treffen in Leipzig einen opulenten Gig und segnete uns alle im Namen des Teufels. Dazu passend herrschte ein Klima wie in der Hölle.

Der Felsenkeller empfängt uns mit der gewohnten Sauna-Atmosphäre, zu der das Batushka-Bühnenbild ihr Übriges tut. Im Hintergrund ragen kathedralenartige Attrappen in die Höhe, im Vordergrund zündet eine Gestalt in Kutten Kerzen an, während es in den Feuerschalen bereits glüht. Schwerer Weihrauch hängt in der feuchten, warmen Luft.

Dazwischen stehen christliche Reliquien, Totenköpfe und verkehrte Kreuze. Jedes Tischchen ist mit roten, violetten oder goldenen Tüchern belegt und auch die Kerzenständer sind für eine Blackmetal-Band ungewohnt golden. Dazwischen runden ein paar Schädel das Dekor ab. Der Gesamteindruck erinnert stark an eine schwarze Messe, die von der koptischen Kirche beeinflusst ist.

Batushka spielten vor opulenter Kulisse. Bild: Evelyne Oberholzer

 

Melodiöse Schwarze Messe

Die Band bedient diese Ästhetik das ganze Konzert über, die Bühnenshow ist ein einziges Ritual. Der Frontmann, gleichzeitig der Hohepriester, steht allein vor dem Altar. Zu seiner Rechten hat der Chor Aufstellung genommen, während der Gitarrist und der Bassist ungewohnt weit hinten stehen.

Die Musiker tragen allesamt schwarze Kutten mit silbernen oder roten Stickereien, unter den hochgeschlagenen Kapuzen tragen sie Masken, die ihre Gesichter vollständig verbergen. So klingt der Chor auch sehr dumpf, bis er jeweils von der sägenden Gitarre oder den harten Schlägen des Schlagzeugs unterbrochen wird. Die Musik ist langsam, häufig schleppend und sehr melodiös.

Ab und zu hebt der Priester in einer segnenden Geste die Hand, oder die Chorknaben halten Reliquien hoch. Wenn die Flammen in den Feuerschalen hoch schiessen, schlägt dem Publikum eine Hitzewelle entgegen. In den vordersten Metern vor der Bühne wird die Luft immer dicker, die Atmosphäre immer drückender.

Das Publikum wird wiederholt gesegnet. Bild: Evelyne Oberholzer.

Der Kohlrabizirkus fehlt

Der Felsenkeller, der seit der Schliessung des Kohlrabizirkus die grösseren Bands beherbergt, ist keine geeignete Location für Konzerte dieser Art, und da unmittelbar nach Batushka Cradle of Filth spielen, ist der Saal brechend voll. Obwohl die Atmosphäre kaum zum Aushalten ist, gelingt es der Band, das Publikum zu fesseln, bis der Hohepriester seine Zicklein (von Schäfchen kann man bei der Musik weisssatan nicht sprechen) mit einer segnenden Geste entlässt. Wer hinaus an die Luft strömt, kommt kaum wieder herein, denn der Andrang wird dank Cradle immer grösser und die Veranstalter haben einen Einlass-Stopp verhängt. Etliche Fans kommen nicht mehr dazu, die Urgesteine des gotischen Blackmetals zu sehen.

Schade, aber solange die WGT-Veranstalter die (inoffiziellen) Headliner in eine solch kleine Halle quetscht, wird das Problem bestehen bleiben.

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