Weil es einfach immer gut ist

In Extremo in Pratteln

Bild: Marco Aversano

Das zwar zum Himmel stinkende Openair mit In Extremo und Schandmaul, welches letzten Samstagabend im Z7 stattfand, war einfach mal wieder Weltklasse.

Vielleicht 20- oder 30-mal? Ich habe nicht Buch geführt, wie oft ich bereits In Extremo auf der Bühne erlebt habe. Ja, ich bin ein riesiger Fan ihrer Shows. Und darum wird dieser Bericht – wohl im Gegensatz zu KISS – nicht ganz so objektiv ausfallen. Dennoch: Wenn In Extremo so schlecht spielen würden wie die geschminkten Legenden, würde ich darüber trotz aller Liebe berichten. Aber Grund dafür gab es an jenem Abend überhaupt kein Bisschen.

Den Abend eröffnet hat die Band Beyond the Black. Die deutsche Band rund um die junge Sängerin Jennifer Haber spielte zwar energievoll, aber so richtig heiss wurde ich nicht. Höchstens vielleicht ein bisschen lauwarm. Immer wieder gab es echt geile Gitarrenriffs und Elemente, bei denen ich dachte: Echt geil! Aber die meisten Songs flachten sehr schnell wieder ab und wurden zu Tode gespielt. Als Opener jedoch allemal eine gute Wahl und ich denke, die Mannheimer haben Potential.

Fett und Gestank

Auch das Z7-Festival hat Potential. Hungrig machte ich mich auf die Suche nach etwas Essbaren. Zwar wurde ich fündig, aber die Auswahl war auf fettigen Fastfood beschränkt, wobei der Burger trocken war und die blassen Pommes ebenso. Immerhin war man getränketechnisch, wie fürs Z7 üblich, gut bedient. Was das Essen auch nicht gerade so zur Freude machte, war der «Duft» auf dem Gelände. Wer den Gestank eines Festivals kennt, das bereits im dritten Tag ist und wenn möglich noch mit Schlamm gesegnet wurde, der weiss nun von was ich spreche: Ganz grässlich.

Das Z7-Openair glänzt zudem von der Location her wirklich nicht gerade mit Charme. Zuerst dachte ich, dass es vielleicht aussichtstechnisch praktisch wäre, am Hang auf der Seite uns hinzusetzten. Jedoch hatten wir ziemlich Mühe, unverkrampft auf diesem steilen Teil zu sitzen. Trotzdem tat ich es während des Schandmaul-Konzertes für eine gute Weile. Für mich ist Schandmaul gemütliche Musik, der man gut im Sitzen lauschen kann. Die Musiker sind einfach super sympathisch, aber für mich etwas zu ruhig und zu wenig fetzig. Aber sie brachten eine gute Stimmung hin, es befanden sich nämlich auch einige Schandmaul-Fans im sehr überalteten Publikum.

Thomas Lindner von Schandmaul mit dem Akkordeon
Thomas Lindner, Frontmann von Schandmaul. Bild: Nicola Tröhler, 2014

Jahre auf dem Buckel, aber nicht müde

Es war echt eindrücklich, wie hoch der Altersdurchschnitt war. Ich würde schätzen: mindestens 45. Schandmaul wie auch In Extremo haben natürlich schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Das bombastische 20-Jahre-Festival auf der Lorelei ist und nun auch schon wieder vier Jahre her und es gab so einige Zeugen davon, welche mit den Festival-T-Shirts rumliefen.

Das Einhorn von In Extremo am Rock The Ring 2018
Michael Robert Rhein alias «Das Einhorn», der Sänger und Kopf von In Extremo. Bild: Michelle Brügger, 2018

Ich finde es einfach immer wieder unglaublich, mit wie viel Spielfreude In Extremo auf die Bühne kommen. Ich habe sie noch nie lustlos einfach ihr Ding machen sehen. An diesem Abend hatten sie extrem viel Bock. So betonte Michael Robert Rhein alias «Das Einhorn» auch mehrfach, wie viel Spass es mache, und bedankte sich artig beim Publikum. Ihm war klar, dass unter den Fans viele aus Deutschland angereist waren. So lud er zum Lautstärke-Battle Schweizer vs. Deutsche ein und meinte zum Schluss, alle sollen sich doch wieder vertragen.

Auch die Pyroshow liess an diesem Abend keine Wünsche übrig. Feuer sprühte und schoss aus verschiedensten Quellen, in allerlei Farben über die Bühne. Mit sieben topmotivierten Musikern ist auf der Bühne sowieso immer etwas los und so wurde es auch keine Sekunde langweilig. Die Publikumsbeteiligung war entsprechend der geilen Show extrem hoch. Die Leute sangen aus lauter Kehle mit, moshten, was das Zeugs hielt und spendierten lange Applause.

Die Setliste war gut gewählt. In Extremo haben wohl, wie alle Bands, welche bereits so lange unterwegs sind, immer das Problem, welche ihrer Hits, sie an ihren Auftritten spielen sollen. Ich habe das Gefühl, dass sie sehr bewusst schauen, dass die Setlist immer etwas wechselt. Klar, ein Spielmannsfluch oder Vollmond ist immer dabei; aber manchmal und auch dieses Mal, ist halt ein Liam oder die Belladonna, wie das Einhorn mal meinte, gestorben. Macht nix, denn schlussundendlich sind alle In Extremo-Songs spitze, wenn sie live performt werden.

Zeen Social Icons

Nächste Events

Veranstaltungen für die Woche vom 9. Dezember 2019

Navigation aktuelle Woche

Loading Events
Mo 9th
Keine Veranstaltungen heute
Di 10th
Keine Veranstaltungen heute
Mi 11th
Keine Veranstaltungen heute
Do 12th
Keine Veranstaltungen heute
Fr 13th
Keine Veranstaltungen heute
Sa 14th
Keine Veranstaltungen heute
So 15th
Keine Veranstaltungen heute