Bild: Samuel Riedo

Royal Rock’n’Roll

Royal Blood spielten das Les Docks in Grund und Boden

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Bass und Schlagzeug. So einfach kann das Rezept einer soliden und packenden Rock-Performance sein. Royal Blood kamen, sahen und groovten. In einem intimen Konzert liess das Duo aus Brighton Verzerrung und Cowbell sprechen und verwandelten das Les Docks in eine mähnenschüttelnde Sauna.

Nach dem Release ihres zweiten Albums How Did We Get So Dark von 2017, welches prompt auf Platz 1 der britischen Charts landete, gab es für das Duo Royal Blood kein Halten mehr. Was folgte, war eine ausgiebige Tour, welche die beiden Rocker nach Europa, Amerika, Asien und Australien führte und alle Festivals bespielen liess, die Rang und Namen haben. Keine Frage, Royal Blood sind der neue aufsteigende Stern am Rock’n’Roll-Himmel. The White Stripes sind von gestern, wenn der wummernd verzerrte Bass knurrt und das Schlagzeug energetisch lospeitscht.

Im Sommer 2019 kommen Royal Blood nach einer Pause nach Europa zurück und bespielen in einer kurzen Tour eine Reihe von Festivals und machen nebst dem Zürcher Openair ebenfalls halt im Klub Les Docks. Füllten sie vor zwei Jahren noch die deutlich grössere Halle 622, so war das Konzert in Lausanne bereits vor langem ausverkauft. Mit 1000 Personen Fassungsvermögen bildet dies für Royal Blood bereits ein intimes Konzert und gibt den Besuchern eine Chance, das Duo aus nächster Nähe betrachten zu können.

Eine lärmige Einladung vom Support

Auf der Bühne des Les Docks thronen zwei grosse Riser. Unter Tüchern versteckt liegen da einerseits die Ampwand von Bassist Mike Kerr und auf dem anderen Podest das Schlagzeug von Ben Thatcher. Zuvorderst stehen die Instrumente des Support-Acts, bereit das Publikum zu mit packendem Lärm beschallen. Es ist bereits 20.30 Uhr und das Konzertlokal wird langsam und sicher überfüllt. Unter grünem Licht und Nebelschwaden betreten die fünf Post-Punker von Bodega die Bühne und legen direkt los. Ein einladender Basslauf, krächzende Klampfen, stampfende Akzente auf den Drums und monotoner, aber zornig-angehauchter Gesang. Dazu Gitarrensolis, welche aber gar nichts ausser Feedback und Lärm zu sagen haben. Et voilà: Die Post-Punk-Hymne ist geboren.

Post-Punk, rau und sarkastisch

Bodega gelten momentan als eine der heissesten Bands von New York und überzeugen mit einem explosiven Cocktail aus Punk, Kraut, Pop, Sarkasmus, lärmigen Gitarren und polternden Drums. Eine treibende und wilde Performance, die Band sucht das Publikum, welches sich allerdings grösstenteils nicht für die Musik begeistern mag. Zu wenig Mainstream für die Massen? Die Band lässt sich nicht beirren und steckt soviel raue Energie in ihren Auftritt, was man in 30 Minuten halt so schaffen kann. Als letzter Song wird ein repetitives Post-Punk-Monstrum von 10 Minuten serviert. Grosse Klasse.

Royal Blood und entfesseltes Chaos

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Unter tosendem Applaus betritt eine halbe Stunde später das Duo aus Brighton lässig die Bühne. Das Les Docks ist mittlerweile rappelvoll, alle drängen nach vorne, Schulter drückt an Schulter. Ben Thatcher zählt ein und das erste schnittige Riff von Hook, Line and Sinker ertönt. Die ersten Mähnen werden geschüttelt, die ersten Lyrics mitgesungen. Das Publikum kann sich kaum halten, und als die Muse-angelehnte Bassline von Come On Over als zweites ertönt, bricht das gepresste Chaos in den ersten Reihen aus. Schulter kracht an Schulter, Bier landet überall ausser dort, wo es hingehören sollte, und der Körper wird zum Spielball des Moshpits.

Mike Kerr und Ben Thatcher von Royal Blood
Mike Kerr und Ben Thatcher. Bild: zvg

Ein Duo, eine wilde Meute und jede Menge Tequilla

In Rockstar-Attitüde bespielt das Duo das Les Docks. Kleider wie Töne sitzen massgeschneidert, nach beinahe jedem Song wird sich Tequila gegönnt oder man lässt sich von Bodega Wein auf die Bühne bringen. «Are you ready for another rocksong?», fragt Mike Kerr hin und wieder. Natürlich, das Publikum scheint dafür geboren, bereit zu sein. Die Songs kurz und knackig, groovig und laut. Das Publikum wild und ausufernd und mindestens ebenso laut wie die Wand aus Amps des Duos.

Zwei-Mann-Orchester aus Verzerrung und Groove

Ein Bass, welcher klingt wie ein ganzes Orchester aus bissigen Gitarren. Dazu ein groovendes Schlagzeug mit massgeschneiderten Akzenten wie Drumfills und eine glasklare Stimme mit einprägenden Lyrics. Die Songs von Royal Blood triefen nur so von Riffs, Schlagzeugpatterns und Songtexten, die man jederzeit mitsingen oder nachspielen möchte. Die Einfachheit von Bass und Gitarre verhilft dazu, dass sich in jedem Lied packende Elemente finden.

Nackenschmerzen mit Sauna-Feeling

Ein mitreissendes und sattelfestes Set mit zwei neuen Songs. Ansonsten bedient sich das Duo aus den grössten Hits aus den beiden bisher veröffentlichten Alben. Groove und Nackenschmerzen à discrétion. Das Les Docks gleicht mittlerweile einer Sauna. Und ich einem Wrack mit Kreislaufstörungen. Was darf nicht fehlen? Natürlich Out Of The Black als hämmernde und kompromisslose Zugabe, der erste Hit des jungen Duos von 2014. Ein letztes Randalieren und Eskalieren, dann verabschiedet sich Royal Blood vom euphorischem Publikum.

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