Sziget Festival 2019 – der Auftakt

Tag 1 am Mega-Festival in Budapest

Bild: Michelle Brügger
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Am Mittwoch, 7. August fiel der Startschuss fürs ungarische Sziget Festival. Bei tüppig heissen Temperaturen pilgerten Festivalbesucher aus aller Herren Länder zur Donauinsel in Budapest. In den folgenden sieben Tagen regierte auf der Insel (ungarisch: Sziget) das Motto der Love Revolution. Das friedliche Zusammenleben wird an diesem Festival gross geschrieben. Neben dem hochkarätigen Line-Up an Musikern, deren Genrevielfalt kaum breiter gefächert sein könnte, stellt das Sziget eine grosse Plattform für Aktivisten von Umweltschutz, Weltfrieden und Menschenrechten.

Das Sziget Festival ist eines der grössten in Europa, das seit 1993 jährlich stattfindet. Während sieben Tagen werden den Besuchern über 1000 Performances geboten. Dieses Jahr tummelten sich gut 500’000 Festivalgänger auf den rund 108 Hektaren der Óbuda-Insel. Für eine ganze Woche Festival packt man anders – deshalb erstaunt es wenig, wenn viele mit einem Rollkoffer anreisen. Rund die Hälfte der Besucher stammt nicht aus Ungarn und reist mehrheitlich von Ländern aus Westeuropa an. Da die Eintrittspreise für viele Einheimische eher hoch angesiedelt sind und die wenigsten eine ganze Woche hier verbringen können, haben die Veranstalter für jeden Tag ein Kontingent an Tagestickets in Reserve.

Das Sziget war 2011 eines der ersten Festivals, das das Cashless-System einführte. Auf der ganzen Insel kann nur mit Karte oder dem aufladbaren Festival-Armband bezahlt werden. Die Insel beherbergt nicht nur Camping-Areale: vom Schuhladen über Makeup-Store zu Campingzubehör, diversen Bekleidungs- und Accessoire-Ständen, Apotheken und einem Lebensmittelladen ist alles vorhanden. Auf dem Gelände sind zwar genügend Verpflegungsstände, aber man könnte auch selber etwas zubereiten. Aldi hat auf der Insel einen Store eingerichtet. Als besondere Dienstleistung kann man hier auch Fleisch einkaufen, das im angrenzenden Foodcorner gratis vom Grillmeister zubereitet wird. Wer lieber von zu Hause etwas mitbringt, darf das. Im Gegensatz zu vielen Festivals in der Schweiz ist es ausdrücklich erlaubt, Essen und Getränke aufs Gelände zu bringen.

Dan Panaitescu war seit Anbeginn des Festivals als Promoter und Booker dabei. 2016 kam er ein paar Wochen vor Festivalbeginn bei einem Autounfall ums Leben. In Angedenken an seine Person wurde die Hauptbühne nach im benannt.

Die Ehre als erster auf der Hauptbühne spielen zu dürfen gebührt traditionsgemäss jener ungarischen Band, die den Nagy-Szín-Pad Contest für sich entscheidet. Dieses Jahr gewann die Budapester Rockband Useme den Wettbewerb und heizte den ohnehin schon überhitzten, wartenden Fans zusätzlich ein. Die Band wurde 2015 gegründet und veröffentlichte seither zwei Alben.

Bild: Michelle Brügger

Wem die Hitze zuwider ist oder die ein oder andere Band nicht zusagt, hat am Sziget Festival mehr als genug Alternativen. Zirkus, Theater, Art-Performance, Workshops und sogar ein eigener Strand im Norden der Insel machen das Festival auf über 60 Schauplätzen zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Während ich über das Gelände streifte, lauschte ich dem Auftritt des Briten Michael Kiwanuka nur aus der Ferne. Seine Songs werden in zahlreichen Serien und Filmen gespielt. Das Lied Love&Hate hört man beispielsweise sehr oft in der Serie Suits, in der Meghan Markle vor ihrer Hochzeit mit Prinz Harry mitspielte.

Bild: Michelle Brügger

Zurück zur Hauptbühne zog es mich erst bei Frank Turner & The Sleeping Souls. Mit einer für Festivals zugeschnittenen Setlist mit Best-Of-Songs war der Raum für neue Lieder sehr begrenzt. Deshalb spielten sie lediglich Jinny Bingham’s Ghost vom brandneuen Album No Man’s Land. Noch bevor mein persönlicher ersten Fixpunkt im Line-Up seinen Auftritt hatte, durfte ich mit dem englischen Barden ein interessantes Interview führen.

Bild: Michelle Brügger

Die Performance von Jain überzeugte mich nicht. Sie wirkte auf der grossen Bühne etwas verloren und erinnerte in ihrem blauen Overall und dem ständigen Gewinke eher an einen Fitness-Instruktor.

Bild: Michelle Brügger

Die B-Stage namens Mastercard Stage by A38 ist in einem Zelt und direkt hinter der Hauptbühne. Anhand der kurzen Distanz würde man annehmen, dass sich parallele Konzerte gegenseitig akustisch stören würden. Offenbar sind aber die Zeltwände dick genug, um das zu verhindern. An einem heissen Tag ist dies jedoch eher kontraproduktiv. Kodaline lockten trotz der Hitze sehr viele Zuschauer an, von denen vermutlich sehr viele aus dem selben Land anreisten wie die Band: Irland-Flaggen so weit das Auge reichte.

Bild: Michelle Brügger

Irisch oder nicht, kurz vor 22 Uhr, gab es für die allermeisten Festivalbesucher nur noch einen Ort, wo man sich aufhalten wollte: Vor der Hauptbühne. Ed Sheeran war zweifelsohne die Hauptattraktion des Tages, wenn nicht sogar des Festivals überhaupt. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass der erste Festivaltag restlos ausverkauft war.

Rund 80 Minuten konnte der Rotschopf mit der Gitarre zeigen, warum er schlichtweg der Popstar der Stunde ist. Als erster Hauptact bekannt gegeben, machte das Sziget viel Werbung mit seinem Namen und konnte bis Festivalbeginn lediglich diesen Tag als ausverkauft vermelden.

Jeder wollte einen Blick auf den Superstar erhaschen, der doch so normal wirkt. Aus Sicherheitsgründen wurde der Bereich um die Hauptbühne zeitweise abgesperrt, damit sich nicht alle 95’000 Leute auf den Platz drängen, die an diesem Abend auf der Insel waren. Das stiess nicht bei jedem auf Zustimmung und manch einer diskutierte recht heftig, aber dennoch erfolglos mit den Sicherheitsleuten.

Absperrung für den Zugang zum Bühnenbereich. Bild: Michelle Brügger

Bereits am Tag zuvor war in der Stadt eine gewisse Vorfreude auf den Engländer zu spüren. Wir assen in einem  Restaurant, wo für Sheeran extra eine Flasche Heinz Ketchup reserviert wurde, die sie auf der Theke in eine Glasvitrine stellten.

Die persönliche Ketuchup-Flasche für Ed Sheeran. Bild: Michelle Brügger

Im Anschluss an dieses Konzert zog es uns zur Zeltbühne, wo ich überrascht und zugleich erfreut feststellen konnte, dass Razorlight nach etlichen mageren Jahren nicht nur wieder zurück sind, sondern auch noch eine riesige Menge an textsicheren Zuschauern anzog. Johnny Borrell und seine Band verschwanden ehrlich gesagt schon vor fast einem Jahrzehnt von meinem Radar. Deshalb wusste ich zunächst nicht recht, was ich davon halten sollte, als ich die Band im Line-Up sah. Aber echt cool zu sehen, dass viele Leute einen Riesenspass an ihrem Auftritt hatten.

Bild: Michelle Brügger

Beim Sziget-Festival verstreichen die letzten Klänge von der Hauptbühne immer Punkt 23 Uhr. Das liegt daran, dass der Bürgermeister des 4. Bezirks von Budapest das Sziget bereits zweimal mit der Begründung verklagt hatte, die Einwohner könnten nachts nicht schlafen. Seine Forderung war, dass zwischen 18 Uhr und 10 Uhr keine laute Musik gespielt werden darf, was einer Einstellung des Festivals zur Folge gehabt hätte. Ab 2008 versprachen die Organisatoren, auf der offenen Bühne nur noch bis 23 Uhr zu spielen.

Aber der Festivaltag ist dann noch lange nicht vorüber. Auf anderen Bühnen wird weiter gefeiert bis zum frühen Morgen. Wobei dies auch nicht ganz richtig ist, denn das Sziget-Gelände steht rund um die Uhr offen und bietet immer Action. Camping und Veranstaltungsbereich vermischen sich teilweise und wenn die letzten DJs ihr Equipment zusammenpacken, ist schon wieder Good Morning Dance-Animation für die Frühaufsteher angesagt.

Wir begaben uns nach dem Razorlight auf den Weg zum Festival-Ausgang. Noch immer standen sehr viele Besucher in der Schlange vor der Brücke, die wohl schon nach Ed Sheeran aufgebrochen waren. Mit Bedacht auf die Sicherheit liessen die Veranstalter die Leute nur blockweise vom Gelände. Trotzdem waren noch so viele Menschen auf der Brücke, dass man das Gefühl bekam, man sei sturzbetrunken. Die Brücke schwankte so heftig, dass man ungefähr in der Mitte regelrecht von einem Fuss auf den anderen torkelte.

Bild: Michelle Brügger

Menschen, soweit das Auge reicht – auch an der Bahnhaltestelle. Wir spazierten eine Station in Richtung Endhaltestelle und entschieden uns für den direkten Bus bis vor unsere Haustüre. Da dieser nur sehr unregelmässig fährt und wir nicht die einzigen mit dieser Idee waren, wurden wir mehr oder weniger in den Bus gedrückt, als dieser glücklicherweise direkt vor unserer Nase die Türen öffnete. Nach einer sehr unangenehmen Fahrt in die Innenstadt mit mit viel zu vielen Leuten im Bus und einem ziemlich rücksichtslosen Fahrer sanken wir gegen zwei Uhr morgens müde in unsere Betten.

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