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The 69 Eyes feiern mal endlich richtig

Am Sonntagabend das 30-jährige Jubiläum im Z7 feiern? The 69 Eyes haben es gemacht und dabei vor kleinem Publikum geglänzt wie noch nie.

Bevor The 69 Eyes an der Reihe sind, ging es pünktlich um 20 Uhr am Sonntag im Z7 mit Lacrimas Profundere los. Die Tränenvergiesser sind definitiv keine Unbekannten in der Gothic-Rock-Szene. Und dennoch ist die Menge an Leuten vor der Bühne extrem überschaubar. Das änderte sich auch über den ganzen Abend nicht.

Grundsätzlich mag ich ihre Musik. Auch die tiefe kraftvolle Stimme des neuen Sängers Julian Larre hat es mir live schnell angetan. Doch seine Performance hat definitiv noch Potential. Das Publikum anschreien, statt damit zu interagieren ist ein Punkt, dem man als Konzertbesucher immer mal wieder begegnet. Dass er aber non-stop auf seinem Kaugummi am Rumkauen war, wenn er nicht gerade sang, fand ich dann doch zu viel des Guten. Hat er vielleicht einen Werbevertrag mit Stimorol? Wie dem auch sei: Als Vorband erfüllten sie soweit ihren Job.

Die Überraschung: Der Finne spricht

Etwas mit gemischten Gefühlen wartete ich auf den Beginn der The 69 Eyes Jubiläums-Show. Die letzten Male waren ihre Konzerte nicht sehr überzeugend. Leider spielten die Herren ihre Sets extrem lustlos. Auch die neue Platte ist im Vergleich zu den meisten Vorgängern eher langweilig.

Doch ich wurde an diesem Abend echt überrascht. Jyrki 69 war super gelaunt und sprach so viel und so oft wie noch nie zu vor. Für einen Finnen ja sowieso schon eine grosse Leistung. Er wolle obwohl es Sonntag ist, diese Party zu einer unvergesslichen machen; entweder weil sie toll ist oder weil der Alkohol fliesst. Für Letzteres seien sie aber ja vielleicht auch schon zu alt.

«Das muss ich nun sagen, damit ihr mich noch mehr mögt»

Es ist schon fast unglaublich, dass The 69 Eyes schon seit 30 Jahren unterwegs sein sollen. Im «Süden» sind sie wohl auch erst seit gut 20 Jahren etwas bekannter, und zwar seit ihrem Hit Wasting The Dawn. Dass auch Fans der ersten Stunde unter dem Publikum waren, hat eine Lady mit Cowboyhut gezeigt, welche fast das ganze Konzert euphorisch mit den Armen gestikulierend auf den Schultern von einem wohl sehr kräftigen Kerl sass. Bei einem Song hielt sie ein paar der ersten Vinyl-Scheiben hoch. Und siehe da, Jyrki nimmt sogar auf das Bezug. Nicht mal er habe diese noch zu Hause, witzelte er. Und mit noch mehr Ironie: «Das muss ich nun sagen, damit ihr mich noch mehr mögt.»

Aber nicht nur die Publikumsinteraktion war für The 69 Eyes einmalig, auch die sonstige Leistung war stark. Sie spielten ein tolles Set und so manchem Song verliehen sie einen besonderen Touch. Was wie immer gleich ist und ich wohl bei jedem Review copy-pasten könnte: Diese sexy Stimme; einfach zum Dahinschmelzen!

Und Drummer Jussi 69 erhält mal wieder den Crazy-Guy-Award. Keinen Schlag kann er einfach normal machen. Seine Stöcke fliegen am Laufband in die Luft. Von zehn erwischt er ihn vielleicht einmal, dann aber mit einem riesigen Grinsen im Gesicht.

Und genau so verlasse ich das Konzert. Wenn die «Helsinki Vampires» weiter solche Konzerte liefern, dann bin ich sicher wieder mit dabei.

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