Bild: Jens Johnsson

Weshalb du dir The Sisters of Mercy getrost sparen kannst

Eine Polemik

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Sorry, liebes Salzhaus, aber wir müssen die Menschen warnen.

Etwa so sieht ein Konzert der Sisters of Mercy aus: neblig
Etwa so sieht ein Konzert der Sisters of Mercy aus. Bild: Jens Johnsson

Hurra! The Sisters of Mercy haben neue Konzerte angekündigt – auch in der Schweiz. Am 27. März 2020 sind sie im Salzhaus Winterthur zu sehen. Also ja, sehen ist vielleicht etwas zu viel versprochen. Aber dazu später mehr.

Nun, The Sisters of Mercy sind ja schon faszinierend. Wohl kaum eine Band kann es sich leisten, mit einem Jahrzehnte dauernden musikalischen Stillstand immer noch durch die Clubs zu touren und dabei immer noch Säle zu füllen. Das Konzept ist einfach effektiv: Gib den Menschen für einen Augenblick ihre Jugend zurück. Haben die Stones auch begriffen. Und wer mit den Sisters aufgewachsen ist, freut sich natürlich auf einen Besuch im Temple of Love. Aber sei gewarnt. Hier ein Ausschnitt aus unserem Konzertbericht von 2011:

Bestreiten kann man die Evergreens der Engländer nicht. Dennoch drängt sich eine Frage auf: Hat die Band immer noch eine Berechtigung? Solange das Publikum die runter gespulten Hits stets mit Applaus und Rufen quittiert, werden die Schwestern der Gnade weiterhin Bühnen rund um den Globus zunebeln.

Negative White über die Sisters of Mercy, 2011

Denn wer sich den Herren Eldritch mit seinen Mitmusikern schon gegönnt hat, weiss, was einen erwartet: eine undurchdringliche Nebelwand. Wer dann noch auf guten Sound der Silhouetten im Kunstnebelgewirbel hofft, wird wohl bitter enttäuscht. Fette Bässe, krachende Riffs – nur die markante Stimme wimmert irgendwo im Hintergrund.

Jetzt denkst du sicher: Der Typ hasst einfach die Sisters. Au contraire. Ich mag ihre unsterblichen Hymnen. Ein Flirt mit Mother Russia? Sofort! More!

Dass The Sisters of Mercy einfach eine beschissene Liveband sind, ist weniger Meinung als Allgemeinwissen. Man findet unzählige Unzufriedene. «Man stand einfach da rum, sah so gut wie nix und der Sound war grauenvoll. Danke nochmals!», schreibt einer. Ein anderer meint: «Diejenigen, die da auf der Bühne stehen (ich könnte noch nicht mal sagen, ob es Sänger Eldritch war) haben nichts mit den alten Sisters zu tun. Gesang grottig, Musik kommt aus Laptops und wird nur abgespult.» Und mein persönlicher Favorit: «Die Playback-Nuschelbrigade im Nebel ist schon wieder auf Tour? Die sollen in Rente gehen.»

Lass die Vergangenheit ruhen

Schau, das Konzert kostet satte 45 Stutz. Du wirst dich deswegen an diesem Abend nicht jünger fühlen, sondern nur aufregen, dass du die Kröten für ein paar schummrige Schwaden ausgegeben hast.

Für das gleich viel oder weniger Geld gibts im Salzhaus Besseres. Zum Beispiel Marius Bear (30.–), Charlie Cunningham (32.–) oder Altin Gün (35.–).

Und wenn’s um Himmels Willen alter Grufti-Sound sein muss: Nächstes Jahr kommen auch Front 242 (45.–), Die Krupps (39.35), Das Ich (28.–) und The Invincible Spirit (32.–) in die Schweiz.

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