«Das ist meine Musik aus meinem Leben»

Kenny Wayne Shepherd im Gespräch

Kenny Wayne Shepherd aus Louisiana hat sich als Meister des modernen Blues etabliert. Am 10. Juli spielte er im Zürcher Kaufleuten. Im Interview spricht er über seinen Zugang zur Musik.

Kenny, du hast fünf Kinder und bist ständig am Touren. Beisst sich das nicht irgendwie?

Kenny Wayne Shepherd: Die Ausgangslage ist sicher nicht ganz unkompliziert, aber wir schauen, dass es funktioniert. Das hat viel mit der Dosierung meiner Abwesenheiten zu tun.

Was heisst das?

Ich plane meine Tourneen so, dass ich nicht zu lange am Stück weg bin und regelmässig Zeit zuhause verbringen kann. Dazu kommt, dass ich ab und zu meine Kinder auf kürzere Inland-Trips mitnehme. Kürzlich hatte ich etwa meine zwei Söhne dabei, einmal auch eine Tochter.

Machen sie auch Musik?

Sie sind alle musikalisch und interessiert, ja.

Stellst du dir da eine Familienband zusammen?

Nein nein, so weit gehe ich nicht. Mir ist wichtig, dass die Kinder ihren eigenen Weg beschreiten. Geht dieser in die Musik, dann werde ich sie voll und ganz unterstützen und ihnen helfen. Das kann ich auch. Geht er woanders hin, haben sie auch meinen vollen Support. Natürlich wärs schön, früher oder später mal mit dem einen oder anderen meiner Kinder auf der Bühne zu stehen.

Du bist ein musikalischer Autodidakt.

Das stimmt im Grunde. Wobei es nicht bedeutet, dass ich keine Gitarrenstunden genommen habe. Ich startete komplett vom Gehör aus, hatte dann aber bald mal innerhalb der Familie einen Freund, der mir in der Freizeit einige Dinge zeigte. Ein paar Jahre später nahm ich denn auch tatsächlich Stunden in der Schule – aber halt schon mit einem grossen Fundus an selbst erarbeitetem Wissen und Technik.

Sind Stunden relevant, um Musik zu machen?

Es kommt drauf an. Für mich ist die Seele der Musik das Wichtigste. Und offenbar bin ich in der Lage, diese zu vermitteln.

Kann man das lernen?

Wenn ich das wüsste. Ich kenne nur meine Perspektive und kann nicht einmal in meinem Fall beurteilen, ob ich es gelernt habe oder ob ich es immer besass.

Du kommst eigentlich nicht aus einer Bluesgeneration. Wie bist du dort gelandet?

Da war ein Konzert von Stevie Ray Vaughan, das mein Leben veränderte. Ich sah diese Passion, diese Hingabe und wollte das auch lernen und spüren.

Dein aktuelles Album heisst Traveller. Klanglich ist es eine Reise durch die US-Südstaaten. Was inspirierte dich dazu?

Dass es als Reise durch die Südstaaten empfunden wird, ist eher zufällig. Der Reisende hat zwei Bedeutungen. Er ist zum einen ein Typ, der mit Hochs und Tiefs im Leben umgehen muss. Insofern sind wir alle Reisende. Zum anderen geht es um die buchstäbliche Bedeutung: Ich bin ein reisender Musiker, der die Musik zu Menschen auf der ganzen Welt bringt.

Du setzt viele Bläser in den neuen Songs ein.

Ja, das ist neu. Zumindest in diesem Ausmass. Ich begann damit und stellte fest, dass mir dieser Sound gefällt und dass ich stärker damit herumexperimentieren will. In den USA habe ich nun auch schon in angepasster Form getourt und dabei diverse alte Songs neu arrangiert.

Das bedeutet auch, dass du dich selber zurückbinden musst, wenn da zusätzliche Elemente hinzukommen.

Natürlich. Nicht nur ich, sondern alle müssen sich zurückbinden. Bläser sind ein Element, das alles verändert.

Gibts einen Song, den du in neuem Kleid besonders magst?

Shame, Shame, Shame haben wir wieder ausgegraben. Der funktioniert unglaublich gut mit den Bläsern.

Verleiden dir gewisse Songs manchmal?

Ich versuche Lieder zu schreiben, die ich mag. Insofern hoffe ich jeweils, dass sie zeitlos sind.

Funktioniert das selbst bei denen ganz frühen Sachen? Du warst da erst 17 Jahre alt.

Ich bin auf alle meine Alben stolz, auch die allerersten, als ich noch ein Teenager war. Das ist meine Musik aus meinem Leben.

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