10 der besten Songs des ersten Halbjahrs

Ausgewählt aus bisher 100 Tracks von «Weekly5»

Aktuell befinden sich exakt 100 Songs in unserer Playlist. Der ideale Moment also, einen Blick zurück zu werfen und zehn der besten Tracks des ersten Halbjahrs zu küren.

20 Ausgaben «Weekly5» ergeben 100 kuratierte Songs. Vielleicht ist es bisher die beste Selektion, die wir jemals zustande brachten. Zur Erinnerung: Das Format begann bereits 2015 unter dem Namen «Songs der Woche» mit der Mission, die stärksten neuen Songs auszuwählen.

Aus diesen 100 Titeln in Best-of zu kreieren ist gleich ein doppelter Frevel: Er wird den vielen grandiosen Songs nicht gerecht. Und er zerstört bis zu einem gewissen Mass die Vielfalt, die «Weekly5» ausmacht. Es kann also nur schief gehen, aus den besten die allerbesten Songs zu küren. Weil «Weekly5» sich nun aber in die Sommerpause verabschiedet, wagen wir es trotzdem.

Go Go Berlin – Here Comes The Darkness

Mit Here Comes The Darkness meldete sich die dänische Band Go Go Berlin nach drei Jahren Abwesenheit fulminant zurück. Auf ein Quartett geschrumpft, injizierten sie ihrem Retro-Rock frische Sound-Komponenten. Here Comes The Darkness befruchtet den bekannten Retro-Rock mit bluesigen Noten und einem elektronischen Steroid, sodass die Single direkt in die Magengrube einschlägt. Ein Song, der den Bogen vom Keller bis ins Stadion spannt.

Infinite Hills – Flower Days

Das Berner Trio Infinite Hills zelebriert in Flower Days nicht nur sehnsüchtigen Indie-Rock, sondern verleiht ganz nebenbei dem Wort «wunderschön» echte Bedeutung. Denn dieses Adjektiv, das gewöhnlich irgendwo auf der Skala von Inhaltsleere bis Kitsch zu verorten ist, bleibt auch Monate später das perfekte Attribut. Flower Days ist ein musikalisches Meisterwerk über das Loslassen nach dem Tod eines geliebten Menschen. Schaurig traurig, aber eben auch schaurig schön wie die ersten Sonnensonnenstrahlen, die durch die Regenwolken brechen.

The Ghost of Helags – Nothing Can Stop The Rain From Falling Down

Nothing Can Stop The Rain From Falling Down ist erstaunlicherweise nicht der längste Songtitel, den wir bei den «Weekly5» hatten. Doch diese Electronica-Hymne des Duos The Ghost of Helags überragt durch eine Gänsehaut-provozierende Überlebensgrösse. Sanft steigert sich dieses Stück in epische Höhen, überwältigend wie zauberhaft. Es ist ein unaufhaltsames Liebeslied, das ebendies thematisiert: Die Liebe, auch wenn sie auf persönliche oder gesellschaftliche Widerstände trifft, kann diese Hindernisse überwinden. Wie der Regen, der vom Himmel fällt, kann sie nichts davon abhalten.

Jessiquoi – The Sentry

Die Schweizer Künstlerin Jessiquoi verleiht der platten Weisheit «Erwarte das Unerwartete» neues Gewicht. Bereits die Single The A.I. schaffte es in die «Weekly5», mit The Sentry bestärkte die Avantgardistin einmal mehr: Sie ist eine der aufregendsten Acts, welche die Schweiz zurzeit zu bieten hat. Wo andere Grenzen des Möglichen sehen, bringt sie Dynamit der Radikalität an: Genre-Mauern liegen in Schutt und Asche. Rap, Zuckerguss-Pop, sehniger Electro; Jessiqoui macht keine Kompromisse, und dass dies so gut funktioniert, ist eine geniale Unmöglichkeit.

Monza – Terraformer

«Terraformer ist zu brachial, als dass der Song im ersten Moment ans Herz wachsen könnte», schrieben wir anlässlich einer Spezialausgabe von «Weekly5». Dieser laute, komplexe und aggressive Sound des ersten Tracks auf dem Debüt Der Tag an dem Berge aus dem Himmel wuchsen von Monza ist in Klang gegossene Wut. Mit Nachdruck zieht die deutsche Band eine massive Soundwand hoch, die einen zunächst niederwalzt. «Frei sein!», wird da geschrien, während einen die einstürzenden Trümmer begraben. Aber Terraformer ist eben nicht nur ohrenbetäubender Rock, denn durch die Ritzen des Bollwerks schimmert die Sehnsucht nach Harmonie und eine mitreissende Melodie der Gitarre.

Sofia Portanet – Wandering Rat

Mit der englischsprachigen Adaption ihrer Single Wanderrattekaperte die deutsche Künstlerin Sofia Portanet in wenigen Sekunden unser Gehör. Nahtlose wechselt Portanet zwischen deutschen und englischen Zeilen, inspiriert von Heinrich Heines Gedicht Die Wanderratten. Dazu peitscht ein aufdatierter, düsterer Sound zwischen Post Punk und Neue Deutsche Welle à la Deutsch Amerikanische Freundschaft den Song voran. Die Newcomerin schaffte es mit Freier Geist bereits 2018 in unsere Jahresbestenliste, mit Wandering Rat ist sie auf gutem Weg, dies auch heuer zu vollbringen.

Lea Porcelain – Love Is Not An Empire

«Wie U2, nur besser» war unser Fazit zum Song Endlessly vom ersten Album Hymns To The Night. Das kann man nun aber auch dem balladesken Love Is Not An Empire zuschreiben. Die jüngste Single des Duos Lea Porcelain muss den Vergleich mit den irischen Stadion-Rockern nicht scheuen, darf aber keinesfalls darauf reduziert werden. Mit Pathos kokettierend, ohne im Kitsch zu versinken. Wo auf dem Album noch undurchdringliche Arrangements herrschten, tritt nun eine Reduktion auf den Plan. Trotzdem behält der Sound den einzigartigen Charakter.

JNR Williams – A Prayer

Soul und R’n’B erhalten frisches Blut. Nachdem die Szene mit Jacob Banks einen aufstrebenden Stern verbuchen kann, kommt nun auch JNR Williams zum Zuge. Mit seiner Single A Prayer verneint seine Wurzeln nicht, kommt aber ungemein zeitgenössisch daher. Keine staubige Musik aus der Mottenkiste. Der Londoner untersucht mit dem beeindruckenden Song eigentlich die Beziehung zwischen Mann und Frau. Doch bereits hat sich der Song – besonders durch das Video – weiterentwickelt: Die Maskulinität und die mit ihr verbundenen Schwierigkeit, offen mit Gefühlen umzugehen.

Moyka – Colder

Norwegen entwickelt sich zum Hotspot für exzellente Pop-Exporte: Angeführt durch Aurora machen sich Künstlerinnen wie Lxandra daran, die Welt zu erobern. Zu dieser Welle zählt auch die 21-jährige Monika Engeseth alias Moyka. Mit ihrer Debütsingle Colder fusioniert die Musikerin ansteckenden Pop mit einem tanzbaren Synthie-Groove. Das Resultat ist spektakulär, sphärisch und mystisch, umweht von nordischer Kühle. Auch die zweite Single Bones errang einen Platz in den «Weekly5», doch Colder spielt definitiv in einer anderen Liga.

Weyes Blood – Movies

Welche emotionale oder gar manipulative Kraft hat das bewegte Bild auf den Menschen? Diese Frage beschäftigt die Kalifornierin Weyes Blood im Song Movies. «There’s no books anymore, I’m bound to that summer big box office hit», singt sie. Und weiter: «Put me in a movie and everyone will know me.» Dabei verzichtet Movies vollkommen auf eine traditionelle Struktur, sondern dringt im organischen Wachstum unter die Haut und in die Unendlichkeit des Kosmos vor. Eine schillernde Schönheit ist es, dieses Stück.

Dies sind also unsere zehn Auserkorenen. Keine goldene Gala, eine funkelnde Trophäe erwartet die ausserordentlichen Künstlerinnen und Künstler: Ihre Musik spricht für sich selbst. Diese Auswahl war schwer, ein Versuch, die Bandbreite genialen Musikschaffens in der Schweiz sowie im Ausland zu zeigen. Doch es ist nur ein Schlüsselloch, durch das sich die Vielfalt kurz erhaschen lässt.

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Die Empfehlung: Tatsächlich die «Weekly5»-Playlist auf Spotify zu abonnieren und zu entdecken, in Träumen zu versinken, durch die Strassen zu tanzen.
Wir freuen uns, dich nach der Sommerpause wieder mit unseren frischen Perlen beglücken zu dürfen.

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