Bild: Roger Weiss

Brutal

Camilla Sparksss' neues Album «Brutal» im exklusiven Stream

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Barbara Lehnhoff alias Camilla Sparksss veröffentlicht am 5. April ihr neues Album «Brutal». Wir haben das Werk ab sofort im exklusiven Vorab-Stream.

Es war ein bitterkalter Tag in Kenora. Das Thermometer in Kenora, einem kleinen Ort an den grossen Seen im Nordwesen Ontarios, sank am 17. Dezember 1983 am -27°C. Damals wurde Barbara Lehnhoff in die eisige Welt geworfen.

Heute ist die Frau mit Schweizer und kanadischen Wurzeln eine umtriebige Figur im musikalischen Untergrund: Stationiert in der Sonnenstube Tessin, wirkt sie beim Label On The Camper Records. Doch die Kälte hat ihr künstlerisches Schaffen nie verlassen. Mit der Post-Punk-Band Peter Kernel war sie 2016 für einen Swiss Music Award nominiert.

Das erste Mal erschien Lehnhoff aber unter dem Namen Camilla Sparksss auf der Bildfläche. 2014 veröffentlichte sie das Album For You The Wild. Mit Singles wie I’ll Teach You To Hunt erforschte sie die trüben Gewässer zwischen den dunklen Klippen der 80er-Jahre und dem apokalyptischen Zischen eines experimentellen Electronic-Pops. Im Debütalbum, so schrieben wir im Portrait von damals, «klingt eine organische, natürliche Wildheit, andererseits bringen die Pop-Sounds eine ausgelassene Stimmung. Dunkel, gespenstisch, bedrohlich, dann wieder fröhlich, hell und unbeschwert.»

 

Brutale Variation

Am 5. April erscheint nun nach fünf Jahren ein Nachfolge-Werk mit dem spartanischen aber prägnanten Namen Brutal. Wir präsentieren das Album bereits heute exklusiv im Stream:

Neun Stücke versammelt Camilla Sparksss auf Brutal. Der Einstieg beginnt erwartungsgemäss unerwartet: Forget ist eine langsames Herantasten, aber bereits so wild und obskur, dass sich die Mutlosen bereits verabschieden. Damit verpassen sie allerdings schon das erste Juwel. Are You Ok? präsentiert sich im vollkommen andersartigen Klangbild; sphärisch, mit orientalisch-mittelalterlichem Flair, sich zum experimentell, avantgardeskem Dance-Track hochsteigernd.

Womanized erinnert dann wieder verstärkt an das erste Album. Camilla Sparksss ruft, schreit, kreischt. Riot-Punk trifft auf rituellen Beat und zurückhaltende Melodie. So What pumpt puren Electro-Pop durch das Arrangement, darüber kracht und knarzt ein Gerüst, das wie Vive La Fète auf einem Horror-Trip wirkt. She’s A Dream überrascht dann mit prägnantem Gitarren-Einsatz.

Bild: Miriam Vile

Der wirklich brutalste Song auf Brutal ist aber Walt Deathney. Surrende, verzerrte Bass-Salven zelebrieren einen Noise-Industrial, den Xotox nicht besser vom Band reissen können. Reine Klanggewalt, pure Überforderung. So ist es nur konsequent, dass sich Camilla Sparksss quasi mit Sorry entschuldigt – einer von disharmonischen Pianoklängen dominierten, sich epochal aufbäumenden Nummer.

Mit Brutal meldet sich Camilla Sparksss fulminant zurück. Dieses Album macht bewusst, wie sehr man sie vermisst hat, ohne es wirklich zu realisieren. Die Radikalität ist bemerkenswert, denn Lehnhoff zieht sie mit leidenschaftlicher Konsequenz durch. Es ist Kunst für die Wagemutigen, Kunst um der Kunst willen. Nichts, das je Chancen hätte, im Mainstream anzukommen. Camilla Sparksss bereist die ungeschliffen, unschönen Ecken der Gesellschaft, blickt von aussen auf die Welt und doch mitten in die menschlichen Abgründe. Zweifellos eines der urgewaltigsten, ehrlichsten und aufregendsten Alben, die man dieses Jahr zu hören bekommen wird.

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