Zweifeln ist menschlich

Gina Été feiert heute die Video-Premiere zur Single «Im Rhy»

Bild: Ina Aydogan

Eine Seelenwanderung ist «Im Rhy» – intim und aufreibend. Die Schweizer Künstlerin Gina Été führt mit ihrer neuen Single in dunkle Ecken des Seins.

Mauern, die letzte Single der Schweizerin Gina Été sorgte bereits für Aufsehen und Diskussionen. Aufgenommen in San Francisco, thematisiert der Song impulsiv-schräg arrangiert die Flüchtenden an der Grenze zwischen Mexiko und den USA.

Heute erscheint mit Im Rhy ein nächster Song, der gegenteiliger nicht sein könnte. Zurückhaltend instrumentalisiert stürzt sich Été in ihre eigene Gedankenwelt; voller Verwirrung und Bedauern. Im liebevollen Video von Barbara Steinitz und Peter Bräunig erkennt man zwei Städte: Köln und Basel. Im Rhy entstand, nachdem sie fortzog. Sie erinnert sich: «Ich fühlte mich schrecklich. Ich kam in dieser neuen Stadt an. Alles sollte aufregend sein, die vielen neuen Orte, Bars, Restaurants, Parks, Musiker… Doch ich spürte keine Freude. Da waren nur diese hohen, grauen Mauern und niemand, mit dem ich mich unterhalten konnte. Und ich fragte mich: War das die richtige Entscheidung?»

Der Rhein ist das verbindende Element zwischen Basel und Köln – und doch schien der Strom für Gina Été nur Zweifel anzuschwemmen. «Basel fühlte sich zu klein an, erstickend. Aber wegzuziehen, bedeutete auch, alles hinter mir zu lassen», schreibt die Künstlerin. Und blickte sie dann zurück, sah sie, wie ihre alten Freunde neue Bekanntschaften machten, ihre Mitmusiker in anderen Bands spielten und sich die Welt auch ohne sie weiterdrehte. Zurückgeworfen auf die blosse Existenz – und die brutale Erkenntnis der eigenen Bedeutungslosigkeit. Dazu mischt sich die Angst, dass das Geschaffene auseinander fällt. Der perfekte Nährboden für Selbstzweifel.

«Ich hinterfragte meine Ziele, Entscheidungen, meine Musik», offenbart Été. In dieser Zeit entstand Im Rhy und klingt gerade deshalb so unheimlich intim und verletzlich. Die Ängste Étés waren dann doch unbegründet: «Ich weiss jetzt, welche Freunde mir ein Leben lang erhalten bleiben und die Beziehung zu meiner Band wurde intensiver.» Trotzdem gibt sie zu, dass sie hin und wieder von diesem dunklen Schatten auf der Seele heimgesucht wird. «Das ist wohl Teil des Künstlerlebens, des Lebens überhaupt. Zweifeln.»

 

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