Schandmaul versinken im Nebel

In der Schaffhauser Kammgarn absolvierte die deutsche Mittelalter-Folk-Band Schandmaul einen etwas benebelten Auftritt – aber nur im wortwörtlichen Sinne.

Dass es in dieser Jahreszeit etwas nebliger sein kann, ist ja nichts Neues. Dass man jedoch auf einem Konzert die Nebelmaschine so überstrapaziert, dass man die Band nicht mehr sieht und erst nach der Hälfte des Konzerts mitbekommt, dass da mehr als drei Personen auf der Bühne stehen, ist sehr ungewöhnlich. Genau das passierte aber bei Schandmaul in der Schaffhauser Kammgarn.

Eine gelungene Vorband

Mit gut einer halben Stunde Verspätung kam Vroudenspil auf die Bühne getanzt. Eine Folk-Band aus München, die dem Publikum ordentlich einheizte. Eingängige, deutsche Texte, dazu eine spannende Mischung der Instrumente. Gerade das Saxophon stach positiv heraus. Mal was anderes und doch absolut passend als Vorband von Schandmaul.

Zudem versprühten die sieben – ich hoffe ich habe mich durch den Nebel nicht verzählt – Musiker eine überaus positive Energie. Sie hüpften, tanzten, scherzten und interagierten hervorragend mit dem Publikum. Nur das leere Versprechen, dass sich der Sänger am Ende beim Merchandise-Stand ausziehen wird, liess etwas Frustration zurück. Ansonsten eine absolut tolle Band, die den Geschmack des Publikums zu 100 Prozent traf.

Schandmaul sind noch ganz frisch

Unüblich begannen die Schandmäuler ihre Tour nicht in der Schweiz, sondern in Hannover. Aber immerhin spielten sie das zweite Konzert ihrer Tour in Schaffhausen. Dementsprechend aufgeregt und putzmunter waren sie noch drauf.

Viele neue Lieder im Gepäck, aber auch Altbewährtes wurde gespielt. Doof nur, dass man die Hälfte des Konzertes die Band nur hören und nicht sehen konnte.

Das hat Schandmaul aber nicht davon abgehalten, eine absolut mitreissende Show zu gestalten. Dabei wurde das Publikum immer wieder mit eingebunden und dazu aufgefordert, ein Meer aus winkenden Händen zu sein oder in die Hocke zu gehen, um zusammen zu hüpfen.

Thomas Lindner von Schandmaul mit dem Akkordeon
Thomas Lindner, Sänger von Schandmaul, bei einem Konzert 2014. Bild: Nicola Tröhler

Wer am Ende noch Energie hatte, durfte seine Gedanken in einen mitgebrachten, analogen Briefkasten hineinlegen. Durch den verzögerten Start, war gegen Ende des Konzerts jedoch leider die halbe Saalhalle schon wieder leer.

Dass man selbst nach über zwei Jahrzehnten noch mit neuen Ideen auf die Bühne geht, ist absolut grandios. Die Leidenschaft der Band spürt man deutlich bei jedem einzelnen Konzert.

Die kleinen Ansagen zwischen den Liedern machen einfach jeden Abend zu etwas Besonderem. So verkündet Sänger Thomas, dass sie den Song Bunt und nicht braun fürs falsche Zielpublikum geschrieben hätten und freut sich darüber, dass diese Nachricht von den Zuschauern in die Welt getragen wird.

Fazit des Abends: Eine gelungene Mischung, tolle Unterhaltung, gute Musik, aber definitiv zu viel Nebel auf der Bühne.

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