«Dunkelsucht ist eine Leidenschaft, nicht nur Hobby»

Dunkelsüchtige gesucht

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Es wird nicht unlängst behauptet, dass die schwarze Szene langsam aussterbe. Aus dem Untergrund aber werden neue Stimmen und Klänge laut, die aktiv dagegen halten. Eine dieser Stimmen gehört Patrick Näf von Dunkelsucht.

Negative White hält sich ja immer gerne an Newcomer und hat am Wave Gotik Treffen 2019 das Schweizer Musik-Neutalent Dunkelsucht angetroffen und gleich um ein Interview angehalten. Hier könnt ihr lesen, wie der Industrial/Electropop-Geheimtipp Rede und Antwort stand.

Patrick Näf gibt alles für Dunkelsucht. Bild: Francesco Tancredi
Patrick Näf gibt alles für Dunkelsucht. Bild: Francesco Tancredi

Wie habt ihr den WGT-Auftritt in Erinnerung?
Jetzt viel Freude. Ich kann mich aber auch daran erinnern, sehr nervös gewesen zu sein, da es unser erster Festival-Auftritt war und wir sonst meist lediglich als Support Act aufgetreten sind. Als Support Act kommt das Publikum vor allem wegen der Hauptbands, nicht wegen uns. Dieses Mal wollten die Besucher ganz bewusst uns sehen.

Ihr habt am WGT ja in der Elektro-Hochburg Nontox gespielt. Da vergleicht man euch natürlich schnell mit Industrial- und EBM-Bands wie Epinephrin und Noisuf-X. Dagegen wirkt ihr ja eher soft. Wieso also ein Auftritt im Nontox?
Naja, mann muss sich am WGT immer direkt bei den Veranstaltungsorten bewerben. Und wir haben uns einfach überall beworben. Im Januar oder Februar erhielten wir dann die Zusage fürs Nontox. Ausserdem haben wir auch härtere Songs. Wie beispielsweise der Nachtmahr-Remix von Nachtzug.

Nachtmahr ist ein gutes Stichwort. Konntet ihr (weitere) Kontakte knüpfen mit anderen Künstlern?
Wir haben unsere Freunde von Deadly Injection, Toal, Evolution, sowie ES23 wiedergetroffen. Der Kontakt bestand bereits. Mit Noisuf-X habe ich an dem Tag nicht gross gesprochen, nur Hallo gesagt. Zum Kontakte knüpfen diente vor allem die Promo-Aktion. Ich habe die meiste Zeit in Leipzig damit verbracht, unsere Demo-CD an die Leute zu bringen. So bin ich ja auch an euch geraten.

Wie wichtig war der Schritt, am WGT zu spielen, denn nun aus deiner Sicht für euch?
Nun, das Wave Gothik Treffen ist schon ein guter Anker in einer Gothic-Music-Karriere. Allerdings ist ein Auftritt am WGT einfacher und logischer zu erhalten, als beispielsweise am Amphi Festival. Das WGT bietet einfach viel mehr Spielmöglichkeiten als ein auf zwei Bühnen konzentrierter Event.

«Ohne meinen Job könnte ich mir Dunkelsucht nicht leisten.» Bild: Francesco Tancredi.
«Ohne meinen Job könnte ich mir Dunkelsucht nicht leisten.» Bild: Francesco Tancredi.

Blick in die Vergangenheit

Du setzt dich sehr für die Band ein und bist ja auch Verursacher der Geburtsstunde von Dunkelsucht. Wie ist es denn überhaupt dazu gekommen?
Ich bin ja noch nicht so lange Szenengänger. Im Dezember 2013 besuchte ich das erste Konzert im Gothic-Bereich und zwar Eisbrecher. Von da an ging ich an Partys und weitere Konzerte. Das war mir dann aber irgendwann nicht mehr genug. Kurzerhand lud mich mir eine Musik-App runter und habe meine Militärzeit damit zugebracht, inspiriert von der Synth Rock-Band Terminal Choice, die es ja leider nicht mehr gibt, eigene Lieder zu kreieren.

Im Januar 2017 habe ich mir meinen ersten Auftritt in der Musigburg Aarburg an einer Bloodmeet-Party verschafft. Nun brauchte ich einen Konzertkollegen. Über Facebook bin ich dann an Jan Moser geraten.

Ich mag starke Übergänge in Liedern. Davon lebt auch meine Musik.

Dank ihm lernte ich auch Gregor Beyerle kennen, der wie auch Thomas Rainer sowohl bei L’Âme Immortelle als auch bei Nachtmahr auf der Bühne steht. Es entstand daraus ein enger Kontakt, wodurch ich dann zweimal mit L’Âme Immortelle auf Tour in Deutschland (2018 & 2019), Wien (2018) und nach Moskau (2019) durfte. Mit Nachtmahr ging es dann nach London (2019) und Istanbul (2019). Hier kam zudem mein früherer Festival-Kollege Tim Lindner zur Band hinzu und ersetzte Jan, der aus privaten Gründen nicht mehr mitmusizieren konnte.

Dunkelsucht IST also gewissermassen Patrick Näf. Machst du alles alleine?
Naja, nicht mehr ganz alleine. Chris von Noxiris ist mittlerweile unser Bandmanager und so können wir gegenseitig voneinander profitieren. Er ist ein ebenso wertvoller Kontakt wie auch Tim Lindner, der mit mir meine Songs spielt und auf Bühnen performt. Aber ich bemühe mich in meiner Freizeit tatsächlich sehr um weitere Auftritte. Dunkelsucht ist eine Leidenschaft, nicht mehr nur ein Hobby, nach der ich sogar meine aktuelle Arbeitsstelle ausgesucht habe. Ich kann nur so viel für und mit Dunkelsucht aufwenden, weil ich solch einen guten und flexiblen Job habe.

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Ich leiste mir unterdessen auch Gesangsunterricht. Und zwar übrigens am gleichen Ort wie Gabriel von Koraktor; im Classic Vocal Studio. Somit hat das Studio gleich die Hälfte der diesjährigen CH-Fraktion des WGTs unter seinem Dach.

Dunkelsucht reist gern. Bild: Francesco Tancredi.
Dunkelsucht reist gern. Bild: Francesco Tancredi.

Blick in die Zukunft

Wohin geht deine Reise als nächstes?
Also zunächst reist unser Name Mitte Juli auf dem Noxiris-Banner ans Amphi Festival. Wir als Privatpersonen wahrscheinlich auch. Der nächste Auftritt jedoch wird Ende Juli in Peru als Support von Solar Fake sein. Diesen Auftritt habe ich per Eigenregie aufgegleist und freue mich enorm darauf. Danach ist Dunkelsucht am 28. September 2019 in der Musigburg zu sehen. Ausserdem kommt noch eine Deutschland Support-Tour im Oktober 2019 mit acht Stops hinzu, aber mit wem und wo ist noch geheim.

Wenn du wünschen könntest… mit wem würdest du gerne mal die Bühne teilen?
Hm… wenn ich wählen müsste, dann stünde wohl Blutengel weit oben auf der Liste. Ich denke, Dunkelsucht würde musikalisch ganz gut dazu passen.

Und nun die letzte Frage: Wir bedienen unsere Leser immer gerne mit Tipps für «Schwarze Ferien». Wo würdest du unsere dunkelsüchtigen Leser mal hinschicken?
Als wir dieses Jahr mit l’Âme Immortelle Istanbul besucht hatten, war ich echt überrascht, wie motiviert die noch junge schwarze Szene dort ist. Vor allem das Stadtviertel Besiktas ist enorm interessant und sehenswert. Thomas Rainer verglich es mit London. Ich selbst würde da gerne nochmals hin, um als Tourist die wachsende Düsterszene zu entdecken. Kara Balo, Organisator unseres Istanbul-Konzert liess viel Herzblut für die dunkle Musik durchblicken. Ausserdem sind die Einwohner super gastfreundlich. Also, mein Tipp: Türkei – Istanbul – Stadtviertel Besiktas.

Negative White horcht immer gern neue Talente aus. Bild: Francesco Tancredi.
Negative White horcht immer gern neue Talente aus. Bild: Francesco Tancredi.

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